// Athens // A message to the German government //

On April 12th, 2012, we went to the German embassy in Athens to demonstrate what we’re thinking about the antisocial German European policies. We wanted to give a speech that the embassador didn’t want to hear. That’s why we were arrested by the police.

As we saw and felt the consequences of the German European debt and austerity policies, we choose to act in this ‚polemic‘ way…

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Am 12. April 2012 statteten wir der deutschen Botschaft in Athen einen Besuch ab, um unseren Unmut über die antisoziale deutsche EU-Politik zu äußern. Wir wollten eine Rede halten, wurden allerdings davor verhaftet, weil der deutsche Botschafter es bevorzugte, die Polizei zu rufen.

Nachdem wir die Folgen der deutsch-europäischen Schulden- und Entbehrungspolitik selbst sahen und spürten, haben wir beschlossen, auf diese „polemische“ Weise  zu reagieren…

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Here you can read our speech we couldn’t give:

Angela Merkel, the new „grande dame“ of capitalism behaves like she was the saviour of the Eurozone. But who or what is to be saved?

After the banking crisis, which was stopped by multi-billion dollar bail-out packages sponsored by the states, the so called sovereign debt crisis followed – the rescuers became the exploitees!

On March 2nd, 2012, the european Fiscal Pact was signed by all EU member states, except Great Britain and the Czech Republic. It serves as an excuse for an antisocial austerity policy and allows the punishment of states, which are not able to fulfill the requirements of this pact. Furthermore the Fiscal Pact undermines the peoples‘ democratic autonomy of decision and accelerates the illiberal trend within the EU, while at the same time it preaches liberalism.

Instead of disempowering the private banks, who do not act for the benefit of everyone, but just for the particular interests of transnational companies or their own share value – and instead of approaching the real cause of the fiscal crisis, which is directly connected with the processes of capitalistic economy, Greece is just serving as scapegoat to disguise the closer examination of intrasystem inconsistencies.

In this sense part of the German mass media reproduced stereotypes, such as ‚the lazy greek‘, who has to be blamed as self-responsible for ‚his‘ crisis. This manipulation of the public opinion has been used to eliminate nearly every kind of necessary indignation against the actual economic system, which is the real cause of injustice and inhuman competition between individuals or states.

By now, the austerity policy dictated to the Greek state will just enforce the social and economic downward spiral, which is allready descending on the Greek people. After the speculation in options turned up as a total flop, losses shall now be loaded onto the wage-earning population to countervail the decreasing rate of profit. While there is far to much virtual capital, which can no longer be completely invested profitably in real production, the wage-earning population is driven in an enduring debt service. In 2011, 50% of the under 25-year-olds were unemployed in Greece. Now minimum wages shall be lowered and raise in wages will be suspended, while – at the same time – costs of living stay constant or even increase. The expenses for public health care shall be cut down as well as the pension rights. Privatisation of public infrastructure as for example public transportation systems or electricity supply shall reduce costs and flush money into private investors‘ coffers.

Not only in Greece, nationalist parties take advantage of the favourable situation to agitate against immigrants and minorities.

While all these threats to peace should be obvious to the eye, Angela Merkel behaves like a servant to the international finance industry. None of the measures taken during the crisis are for peoples‘ sake. It’s all about stabilizing the global balance of power. In this situation, the German aspiration for leadership in the EU must be ascribed to the fact that economic growth in Germany depends on its excess of exports over imports. As the EU shall remain a free trade association to the benefit of German interests, the German governement enforces discipline within the EU and intolerably accepts cuts in social services even in Germany itself.

We refuse this kind of politicy, which seperates people and does not respect the diginity of all human beings. If they say: ‚There is no alternative.‘, we answer them: ‚That’s cynical and spiritless.‘

We call for the German government to stop its neoliberal and authoritarian EU-policy. Concerning the so called sovereign debt crisis, Merkel shall speak up for complete debt relief and initiate a process to transform private banks into public service providers. The accumulated wealth must be redistributed socially and fair to end material inequality of opportunities. Today a radical democratisation in every domain of economy and politics is possible and indispensable. Instead of saving states or obsolete economical structures, it’s about time to think beyond boarders and particular interests to fulfill the purpose of humanity.

Global change is possible.

Stop Germanys‘ antisocial imperialism!!!

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Hier die Rede, die wir nicht halten durften:

Angela Merkel, die neue „grande dame“ des Kapitalismus, spielt sich als Retterin der Eurozone auf. Doch wer wird hier gerettet?

Auf die Krise der Banken, die durch milliardenschwere Hilfspakete der Staaten gebremst wurde, folgte die sogenannte Staatsschuldenkrise – und das, nachdem die Staaten die Banken retteten!

Der am 2. März 2012 von allen EU-Mitgliedsstaaten außer Großbritannien und Tschechien unterzeichnete Europäische Fiskalpakt dient einer sozialfeindlichen Sparpolitik und ermöglicht die Bestrafung von Staaten, die die Auflagen nicht erfüllen können. Des Weiteren schränkt der Fiskalpakt die demokratische Selbstbestimmung weiter ein und befördert eine autoritäre Entwicklung innerhalb der EU.

Anstatt die international agierenden Privatbanken zu entmachten, deren Handeln nicht dem Wohle aller, sondern bloß den Interessen einiger Weniger dient, sollen nun Staaten wie Griechenland durch finanzpolitische Spardiktate sowohl in ihrer demokratischen Selbstbestimmung eingeschränkt, als auch in direkter Folge in einen massiven Sozialabbau getrieben werden.

Anstatt politisch die eigentliche Ursache der Krise anzugehen, die unabweislich in der Funktionsweise des kapitalistischen Systems liegt, muss nun Griechenland als Sündenbock herhalten. So sprangen auch die bekannten deutschen Boulevardzeitungen auf den Zug auf und forcierten das Wiederaufkommen von stereotypen Bildern, wie dem des sogenannten „faulen Griechen“, der selbst an seiner Misere Schuld sei. Diese eindeutig rassistische Manipulation der öffentlichen Meinung soll vor allem von der notwendigen Systemfrage ablenken.

Durch die immer schärferen Forderung an den griechischen Staat wird die soziale und wirtschaftliche Abwärtsspirale immer weiter vorangetrieben. Die Spekulationsverluste werden auf die Schultern der Lohnabhängigen geladen, um den Fall der Profitrate abzufedern. Da das virtuelle Kapital nicht mehr rentabel investiert werden kann, werden die Lohnabhängigen in einen dauerhaften Schuldendienst getrieben. Was heute in Griechenland geschieht, droht auch in allen anderen Staaten Wirklichkeit zu werden.

So waren in Griechenland bereits im Jahr 2011 50% der unter 25jährigen arbeitslos. Nun sollen die Mindestlöhne gesenkt und Lohnerhöhungen ausgesetzt werden, während zugleich die Lebenshaltungskosten konstant bleiben oder steigen. Die Ausgaben für die öffentliche Gesundheitsversorgungen werden gekürzt. Ebenso die Rentenansprüche. Im Bereich der öffentlichen Infrastruktur, wie beispielsweise im Nahverkehr oder bei der Stromversorgung, soll massiv Privatisierung vorangetrieben werden, um „zu sparen“ und die Profite in die Taschen von Privatinvestoren zu spülen.

Nicht nur in Griechenland nutzen nationalistische Parteien im Parlamentswahlkampf die Gunst der Stunde, um gegen Migranten und Minderheiten zu hetzen, indem ihnen zum Beispiel vorgeworfen wird, sie würden keine Steuern zahlen und würden die Schuld an der Misere tragen. Dabei befinden sie sich bereits am untersten Ende der Gesellschaft und sind die ersten Opfer der sozialfeindlichen EU-Politik.

Merkel verhält sich als Büttel der international agierenden Finanzindustrie. Keine der getroffenen Entscheidungen dient den Menschen, die von der Finanzkrise unmittelbar betroffen sind, sondern schlichtweg dem Erhalt von globalen Machtverhältnissen. Der Anspruch Deutschlands, die Führungsrolle in der EU-Politik einzunehmen, lässt sich darauf zurückführen, dass Deutschlands Wirtschaftswachstum abhängig ist von Exporten innerhalb der Freihandelszone der EU. Dabei wird billigend und wissentlich in Kauf genommen, dass innerhalb von einzelnen Staaten, aber auch zwischen verschiedenen Staaten, rassistische Vorurteile eine Renaissance erleben und massiv Sozialabbau betrieben wird.

Diese trennende Politik, die nicht der Würde aller Menschen dient, lehnen wir grundsätzlich ab. Die Behauptung, es gäbe keine Alternative, ist mutlos, wenn nicht gar zynisch.

Wir fordern die deutsche Regierung dazu auf, Schluss zu machen mit ihrer neoliberal-autoritären Europapolitik. Sie soll stattdessen dafür eintreten, dass Staatsschulden gestrichen und Banken in öffentliche Dienstleister umgewandelt werden. Der gesellschaftlich verfügbare Reichtum muss durch ein neues Steuersystem sozial und gerecht von oben nach unten umverteilt werden. Eine radikale Demokratisierungen in allen Bereichen von Wirtschaft und Politik ist heute möglich und notwendig. Anstatt Staaten, bzw. richtiger: ihre Bevölkerungen „kaputt zu sparen“, wäre es an der Zeit, über alle Grenzen hinaus, – und ohne Profitinteressen und Gewinnstreben einiger Weniger zu bedienen – gemeinsam einen sozial und ökologisch sinnvollen Umbau aller gesellschaftlichen Strukturen zu beginnen.

Der internationale Wandel ist heute möglich.

Stoppt den antisozialen deutschen Größenwahn!

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